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Screentherapy erforscht möglichen Einsatz von Videokonferenzen (Netmeeting mit WebCam und Mikrofon etc.)und interaktiven Multimedia-Materialien (MIMMIs) in der psychologischen Psychotherapie. Dipl.-Psych. Ursula Lindauer, approbierte psychologische Psychotherapeutin, Berlin, führt Interviews und Gespräche.

 

 

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ZIELE DES FORSCHUNGSPROJEKTS

  UND WIE SIE ERREICHT WERDEN SOLLEN

"Screentherapy" untersucht die Möglichkeiten, durch Online-Video-Konferenzen und Multimedia-Einsatz therapeutische Arbeit zu leisten.

Für diese auf fünf Jahre angelegte Untersuchung führe ich per Video-Konferenz ausführliche Gespräche mit einer Vielzahl von Web-Nutzern durch. Dabei kommen speziell entwickelte Dialog-Konzepte mit therapeutischem Charakter zum Einsatz, zur Zeit schwerpunktmäßig in den Problemfeldern "Streß" und "Frust".
Um Assoziationen freizusetzen und neue Zugänge zum eigenen Erleben zu gewinnen, werden Multimedia-Materialien online in den Dialog integriert.
Ich begleite die Entwicklung meiner Dialog-Partner über einen möglichst langen Zeitraum.

Die Ziele in Kurzform

1. Erarbeitung von Methoden, um Video-Konferenzen und Multimedia-Dialoge sinnvoll in einem psychotherapeutischen Kontext einzusetzen.
2. Untersuchung der neuen Lebensstile, Vorteile und Probleme, die parallel zu und teilweise erst durch die neuen Medien entstanden sind.

Ziel 1:
Erarbeitung von Methoden, um die Videokonferenz für die psychologische und psychotherapeutische Arbeit zu nutzen.

Psychologische Beratung und Psychotherapie basiert auf dem Dialog zwischen Klient und Psychologen. Bisher mußten sich die Beteiligten dazu persönlich treffen - Face-to-face.
Könnte die Echtzeit-Kommunikation über Video-Konferenz diese therapeutische Arbeit im Praxis-Raum des Therapeuten ergänzen oder teilweise ersetzen?
Um die neuen psychologischen Möglichkeiten von Video-Konferenz und Multimedia-Dialog in der Praxis zu erforschen, wendet sich die Studie in der jetzigen Phase an Klienten, die sich "psychisch völlig gesund" fühlen, aber unter "Streß" und "Frust" leiden und ausprobieren möchten, ob sie durch die Nutzung der Screentherapy-Konzepte in diesem Problemfeld positive Veränderungen erleben können.
Jedes Gespräch zwischen meinen Online-Dialog-Partnern und mir dient dem Ziel, aus den Möglichkeiten der Videokonferenz eine Reihe von Methoden zu entwickeln und optimieren, die psychologisch und therapeutisch sinnvoll eingesetzt werden können.
Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Wo und wie genau läßt sich Videokonferenz praktisch einsetzen?
  • Wie unterscheidet sich ein psychologischer Online-Dialog per Videokonferenz von einem auf "herkömmliche" Art geführten Gespräch in der Praxis des Psychologen?
  • Welche Erfahrungen machen Klienten und Psychologen in solchen Online-Konferenzen?
  • Wie entwickelt sich der Online-Dialog zwischen dem Psychologen und dem Klienten im Laufe von Monaten oder Jahren?
  • Welche Formen des psychologischen Online-Dialogs "bringen" dem Klienten am meisten?
Ziel 2:
Untersuchung der psychologischen Problemfelder und Bewältigungsstrategien bei Klienten mit starker Internet-Affinität

Jeder gesunde Mensch erlebt psychische Belastungen ("Streß" und "Frust"). Über die Auslöser dieser Belastungen und die Methoden ihrer Bewältigung gibt es gesicherte Erkenntnisse und bewährte therapeutische Konzepte.
Die Verbreitung des Computers und vor allem des Internets hat eine Reihe neuer Lebensstile hervorgebracht, welche direkt von der neuen Technologie geprägt sind und eigene psychologische Problemfelder nach sich ziehen:

  • Neue Beziehungsmuster sind entstanden (z.B. Chatfreundschaften, Avatar-Beziehungen, virtuelle Doppelleben)
  • Neuartige soziale Gemeinschaften (z.B. Web-Communities)
  • Neue Kommunikationsformen
  • Neue Interaktionsmuster
  • Extreme Nutzungsformen des Internet

Diese neuen Lebensstile erzeugen neue psychologisch relevante Belastungen bei den Betroffenen.

  • Welche Probleme sind das?
  • Woher stammen und wie "funktionieren" sie?
  • Wie unterscheidet sich der "Streß" und der "Frust" des Webbies von dem der Menschen in der "Offline-Welt"?
  • Wie kann man sie lösen (z.B. durch neue psychologische Interventions-Konzepte)?

Dem gegenüber stehen die positiven Effekte, die von intensiven Computer- und Internet-Nutzern berichtet werden:

  • unkonventionelle und neue Möglichkeiten, Menschen ohne räumliche Grenzen kennenzulernen
  • Gefahrloses Ausleben von Fantasien
  • Kommunikation mit Gleichgesinnten auch bei sehr spezialisierter Interessenlage

Wie kann man diese positiven Auswirkungen systematisch nutzen?