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Screentherapy erforscht möglichen Einsatz von Videokonferenzen (Netmeeting mit WebCam und Mikrofon etc.)und interaktiven Multimedia-Materialien (MIMMIs) in der psychologischen Psychotherapie. Dipl.-Psych. Ursula Lindauer, approbierte psychologische Psychotherapeutin, Berlin, führt Interviews und Gespräche.

 

 

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Chancen und Grenzen der Nutzung von Video-Conferencing Technologie in der psychologischen Arbeit

Was kann die Videokonferenz?
  • Beide Gesprächsteilnehmer können sich sehen. Jeder kann seine eigene Kamera auch abschalten.
  • Beide können sich hören. Jeder kann den eigenen Ton abschalten.
  • Beide können Nachrichten schreiben (wie bei jedem "Chat").
  • Beide können auf einen gemeinsamen "Notizblock" zeichnen (per Maus oder Grafik-Tablett).
  • Beide können ohne Umstände vorhandene Dokumente, Scans oder Fotos austauschen.

Vorteile der Videokonferenz im psychologischen Umfeld
  • Bequem von zu Hause oder vom Büro aus - Gang in die Praxis des Psychologen entfällt.
  • Erster Beratungskontakt ohne die "Verbindlichkeit" - vielleicht auch Peinlichkeit - des Besuchs in der Praxis.
  • Unverbindliches Kennenlerngespräch kann ohne Umstände begonnen und nach Belieben abgebrochen werden.
  • Klient kann beliebig die gewünschte Distanz behalten und steuern.
  • Beratung durch Personen weit jenseits des Wohnorts eines Klienten werden möglich.
  • Einmalige oder sporadische Betreuung ebenso möglich wie mehrjährige Beziehung Psychologe zu Klient.

Welche Zielgruppen hätten Vorteile durch psychologische Videokonferenzen?
  • Personen mit besonders hoher Affinität zum Internet und neuen Medien und den entsprechenden Problemen.
  • Personen im ländlichen Raum mit geringer psychologischer Versorgung.
  • Personen, die tagsüber das Haus nicht oder nur selten verlassen können (Krankheit, Familie, Beruf).
  • Deutsche im Ausland.
  • An Beratung oder Therapie Interessierte mit starken Ressentiments oder Hemmungen.

Grenzen der Videokonferenz als Plattform für psychologische Interaktion/Intervention
  • Die heute übliche niedrige Übertragungsbandbreite des Internet beschränkt die Möglichkeiten der Videokonferenz via Internet. Bewegtbilder sind zu niedrig auflösend, zeitversetzt und nicht lippensynchron. Die Tonqualität erreicht noch nicht die des Telefons. Allein schon aus diesen Gründen kann die Videokonferenz heute das persönliche Treffen zwischen Klient und Therapeut nicht ersetzen.
  • Beim theoretischen Vergleich der Möglichkeiten einer Interaktion Face-to-Face oder per Videokonferenz müßte allerdings eine optimale technische Umsetzung der Videokonferenz zugrunde gelegt werden: Die Gesprächspartner sehen ein flüssiges Bild samt Ton in Fernsehqualität. Diese technischen Voraussetzungen werden innerhalb der nächsten Jahre in viele Haushalte Einzug halten.
  • Hypothese: Je "genauer" die Nachbildung der Face-to-Face-Situation des persönlichen Treffens gelingt, desto ähnlicher wird die Videokonferenz dem persönlichen Kontakt.
  • Hypothese: Die Erfahrungen mit Krisentelefonen zeigen, daß Klient und Therapeut auch ein so "beschränktes" Medium wie das nur akustische Telefon sinnvoll nutzen können. Das Fehlen von Bildinformationen wird durch ein leicht geändertes Sprech- und Zuhör-Verhalten auszugleichen versucht. Auch beim Umgang mit Videokonferenzen werden sich solche Kommunikations-Anpassungen einstellen.
  • Die inhaltlichen Grenzen der psychologischen Arbeitsmöglichkeiten im Rahmen von Videokonferenzen sind umstritten, weil ausreichende Erfahrungen fehlen.
Ursula Lindauer, Diplom-Psychologin und
psychol. Psychotherapeutin in Berlin:

Frage: Kann man über das Internet eine Psychotherapie machen?

Antwort: Derzeit ist diese Frage weder rechtlich noch wissenschaftlich geklärt.

Frage: Welche psychologische Hilfe kann ich über das Internet bekommen?

Antwort: Es gibt eine wachsende Zahl von modernen, aufgeschlossenen und gleichzeitig klassisch ausgebildeten Diplom-Psychologen, Psychotherapeuten und Psychoanalytikern, die das Internet nutzen, um Gespräche mit Klienten zu führen. Dabei setzen sie ihre gesamte Erfahrung, Expertise und Kompetenz ein. Sie finden unterschiedliche Begriffe für das, was sie tun.